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Geschrieben von Bernd Kurze am 06.06.2020 um 22:25:

  Klimaschutzprogramm 2030 / Konjunkturpaket 2020/21 - ein Vergleich

Ist das Konjunkturprogramm eine Mogelpackung?

130 Milliarden - doch die 130 Milliarden Euro könnten nicht reichen
Vor allem weil falsch verteilt wird und mit der Gießkanne
Wer das Konjunkturpaket 2020/21 mit dem Klimaschutzprogramm 2030
vergleicht, entdeckt auffällige Ähnlichkeiten
... werden hier sog. Hilfsmittel zweimal verkauft aber nur einmal ausgegeben?



Die Eckpunkte zum Klimaschutzprogramm 2030 wurden am 20. September 2019 vorgelegt.
Den ausführlichen Arbeitsplan - das Klimaschutzprogramm 2030 - hat das Kabinett am
9. Oktober 2019 beschlossen.
Corona und dessen Folgen kamen später - das Konjunkturpaket 2020/21 wurde am 04.06.2020 bekannt gegeben

Zufall oder Berechnung - ein Vergleich der wichtigsten Punkte

Klimaschutzprogramm 2030
Die Bundesregierung senkt mittelfristig die Stromkosten
Konjunkturpaket 2020/21
Unternehmen und Bürger sollen bei Energiepreisen entlastet werden

Klimaschutzprogramm 2030
Für einen Umstieg auf Elektro-Fahrzeuge wird die Umweltprämie fortgesetzt
Konjunkturpaket 2020/21
Kaufprämien für den Kauf klima- und umweltfreundlicher Elektrofahrzeuge werden verdoppelt

Klimaschutzprogramm 2030
Wer längere Strecken mit dem Zug fährt, tut dies zukünftig günstiger durch eine von 19 auf 7 Prozent reduzierte Mehrwertsteuer
Konjunkturpaket 2020/21
Vom 1.07 bis zum 31.12 wird der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent und der ermäßigte Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt.

Klimaschutzprogramm 2030
Paket aus Förderung der Elektromobilität, Stärkung der Bahn
Konjunkturpaket 2020/21
Der Bund will dem bundeseigenen Konzern weiteres Eigenkapital in Höhe von fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

Klimaschutzprogramm 2030
Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur für die Elektromobilität
Konjunkturpaket 2020/21
Weitere 2,5 Milliarden Euro fließen in den beschleunigten Ausbau der Ladeinfrastruktur, die Batteriezellenfertigung sowie die Erforschung der Elektromobilität.

Klimaschutzprogramm 2030
Die Kaufprämie für Pkw mit Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenantrieb wird verlängert und für Autos unter 40 000 Euro angehoben
Konjunkturpaket 2020/21
Das teuerste Elektroauto, das noch unter diese 40.000-Euro-Grenze fällt, ist aktuell (Stand Juni 2020) das Tesla Model 3
in der Standard Plus-Konfiguration, Listenpreis am 5. Juni 43.990 Euro. Käufer dieser Tesla-Variante kommen dank des
Konjunkturpakets künftig auf den höchsten Nachlass, nämlich rechnerisch 10.589 Euro inklusive Mehrwertsteuer,
der Endkunden-Basispreis für das Model 3 läge dann bei attraktiven 33.401 Euro.

Das waren nur ein paar Beispiele - zeigen aber dass eine Vermischung gegeben ist und
welcher "Otto-Normalverbraucher" vermag zu erkennen ob die geplanten finanziellen Mittel
auch dort angekommen wo diese benötigt werden und wofür sie gedacht waren.

Vielmehr stellen sich viele die Frage
Was bringt mir die eine oder andere Hilfsmaßnahme - was bringt es der Wirtschaft?
Nicht jeder ist gleich von der Corona-Krise betroffen - und nicht jeder hat vor
ein Auto zu kaufen.

Aber es gibt Stand Mai 2020 7,5 Millionen in KUG - und da wurde nichts erhöht.
Glück hat der welcher durch Tarifvertrag mehr bekommt - der Rest ...
Die Mehrwertsteuersenkung funktioniert nur wenn diese weitergegeben wird und
wenn man kauft - viel kauft. Kinderbonus klar - wenn man Kinder hat ist es eine
Einmalzahlung - mehr aber auch nicht und schnell verbraucht. Die sogenannte EEG-Umlage
bringt laut Vergleichsportal Check24 um die 11 bis 21 Euro Ersparnis im Jahr.
Die Hilfen für die Kommunen bringen nur etwas wenn investiert wird - vorallem mit
dem regionalen Mittelstand - wenn das Geld zum Schuldenausgleich versiegt, verpufft
die Wirkung. Ähnlich läuft es mit den Milliarden für die Bahn und den ÖPNV - nur wenn
in Infrastruktur und Technik investiert wird - ist die Hilfe sichtbar.

Aber kommen wir zum (für unsere Branche) wichtigsten Punkt
"Überbrückungshilfen" für Firmen
Maximal 25 Milliarden Euro mit dem Ziel eine Pleitewelle bei kleinen und
mittelständischen Unternehmen zu verhindern, deren Umsätze weggebrochen sind.
Indirekt dürften Tausende Arbeitnehmer davon profitieren wenn "IHR" Arbeitsplatz
dadurch erhalten / gerettet wird.
Bei den Wirtschaftsweisen ist die Stimmung dagegen verhalten.
Die Senkung der Mehrwertsteuer bringe wenig für die Branchen, die weiterhin durch
coronabedingte Einschränkungen betroffen seien - oder - Das Konjunkturpaket ist
sicherlich in der Lage, die Rezession zu dämpfen - aber - Die Krise selbst ist doch
so massiv, dass man sie damit nicht so leicht aus der Welt schaffen kann.


Zurück zum Anfang - Vergleich Klima und Corona

Auch wenn beides sehr unterschiedlich zu bewerten ist
- Klimaveränderungen und Corona
ist die Bewältigung der Krisen doch irgendwie ähnlich.
Die Frage ist nur ob die Maßnahmen an den richtigen Stellen angesetzt werden.
Zur Erinnerung - 2019 war ein Jahr mit den meisten Flügen, mit den meisten Autozulassungen usw
Es stellt sich also die Frage ob das Geld richtig "angelegt" wird.
Erreichen wir mehr Ergebnisse und Effekte wenn Milliarden in Konzerne fließen
oder in den Mittelstand. Wer ist flexibler um schnell auf solche Herausforderungen
zu reagieren? Der Multikonzern oder der selbstständige Unternehmer?
Wo spüren wir sichtbare Erfolge eher - in den Orten, in der Region
oder Global? Wo können wir selbst etwas beeinflussen oder verändern? Indem wir
es selbst mitgestalten oder Konzernen überlassen?

... eins ist aber unbestritten - die beste Investition ist in
den Menschen, in den Arbeitsplatz - denn DER Mensch wird die Krisen bewältigen
müssen ... und dort muss die Kohle hin



Geschrieben von buslotse am 07.06.2020 um 18:46:

  RE: Klimaschutzprogramm 2030 / Konjunkturpaket 2020/21 - ein Vergleich

Zitat:
Original von Bernd Kurze
Ist das Konjunkturprogramm eine Mogelpackung?
...
... eins ist aber unbestritten - die beste Investition ist in
den Menschen,
DESSEN GESUNDHEIT u. in den Arbeitsplatz - denn DER Mensch wird die Krisen bewältigen müssen ... und dort muss die Kohle hin, damit der Mensch die Kohle erwirtschaften kann, die der Betrieb zum Überleben benötigt.



Geschrieben von Bernd Kurze am 07.06.2020 um 21:04:

 

Golly bei dir weiß ich immer nicht auf wessen Seite du stehst nachdenken
Aber ich geh mal davon aus ... auf unserer Grinsen


Aber zurück zu unseren Politikern - die geben ja gerne Pressekonferenzen und sind ganz eifrig
dabei zu betonen dass sie 21 Std. verhandelt haben ... ja Wahnsinn Was hast du denn geraucht Danke

Zitat:

Wir haben jetzt rund 21 Stunden miteinander verhandelt, und es war schon ein hartes Stück Arbeit;
das kann man, glaube ich, sagen. Aber es war eine Arbeit, die dem Ernst der Lage angemessen ist.



PRESSEKONFERENZ ZU KONJUNKTUR-/KRISENBEWÄLTIGUNGSPAKET UND ZUKUNFTSPAKET
Mitschrift Pressekonferenz
Mittwoch, 3. Juni 2020
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pressekonferenz-zu-konjunktur-krisenbewaeltigungspaket-und-zukunftspaket-1757642

Sollte man sich schon mal durchlesen. Der Mittelstand wird zwar erwähnt, spielt aber in den Details
keine größere Rolle. Hier einige Auszüge ...

BK’in Merkel:
Es wird eine Vielzahl weiterer Maßnahmen geben, die die Wirtschaft beleben. Wir werden auch noch ein Brückenprogramm
aus noch vorhandenen Mitteln für mittelständische und Kleine Unternehmer beschließen.

MP Söder:
Wir haben allein mit dem großen Programm vielen Berufsgruppen - Kunst, Kultur, Schausteller, Clubs, Bars, also Gastronomie,
die von den Maßnahmen unglaublich stark betroffen sind, und die Reisebüros - zusätzliche Überbrückungshilfen gewährt,
auf die dringend gewartet wird. Wir verschaffen damit dem Land an einigen Stellen eine Verschnaufpause und an einigen
Stellen die Möglichkeit, aufzuholen und durchzustarten. Deswegen ist die Frage, was im nächsten Jahr ist, im Moment völlig
ohne Belang, sondern es kommt in der gegenwärtigen Situation nur darauf an, für unser Land das Beste zu erreichen.

BM Scholz:
Wir haben im Übrigen Investitionsprogramme für kommunale Lkw- und Busflotten auf den Weg gebracht und nicht nur,
aber ganz viel für die Elektrifizierung getan.

MP Söder:
Ich glaube, damit können nicht nur die Hersteller, sondern vor allem auch die Gewerkschaft gut leben.

Interessant die Aussage von MP Söder - vor starken Interessenvertretungen hat man schon Respekt.

Insgesamt aber stellt sich schon die Frage was im Zusammenhang mit Corona nun gerettet werden soll ...

Das Konjunkturpaket hat überwiegend die Bereiche Klima, Gesundheit und Digitalisierung, Mehrwertsteuersatz,
Sozialbeiträge, Stromkosten, Förderung von Elektroautos, die Verbesserung der Ladeinfrastruktur,
kommunale Entlastung und den Konsumimpuls zum Inhalt.

Wer sich mal das Klimaschutzprogramm 2030 durchliest, wird auffällige Übereinstimmungen feststellen - und letzteres ist
weit vor Corona (Okt 2019) beschlossen worden. (siehe auch oben)



Geschrieben von buslotse am 07.06.2020 um 21:43:

 

Bernd, dann will ich das ´mal verdeutlichen:
1. Ich stehe auf unserer Seite!
2. Das heißt nicht, dass ich alles billige, wie z.B. überhastetes "wir wollen rollen".
3. Diesbezüglich habe ich, meiner Überzeugung folgend, immer die Bremse getreten und versucht, den Elan vom übereilten Rollen-wollen wegzuführen, hin dazu, die Regierung zu Finanzhilfen aufzurufen. Die Busse dürfen keineswegs übereilt und in den Ruin rollen, sondern zu späterem Zeitpunkt zum Wieder-an-Rollen noch am Leben sein.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Du Deine Anfangsstrategie in diesem Sinne korrigiert hattest.
Nun hoffe ich, dass Du - und die Kollegen auch - an meiner Haltung keine Zweifel mehr hegst. Ein weiters Indiz für meine Solidarität: Meine ursprüngliche Absicht, meine KOM jetzt, mit 75 auslaufen zu lassen, habe ich revidiert und trete zum Jahresende noch einmal an. Um dabei sein zu können.
Gruß,
Golly



Geschrieben von gizzzmo am 07.06.2020 um 23:51:

 

Die 21 Stunden waren auf 2 Tage verteilt, da war etwas Schlaf und andere Sitzungen dazwischen.



Geschrieben von manfred am 08.06.2020 um 13:41:

 

Zitat:
Original von buslotse
... Ein weiters Indiz für meine Solidarität: Meine ursprüngliche Absicht, meine KOM jetzt, mit 75 auslaufen zu lassen, habe ich revidiert und trete zum Jahresende noch einmal an. Um dabei sein zu können.
Gruß,
Golly


nachdenken Denker ... man(n) kann auch (aktiv)und solidarisch "Dabei" sein ohne einen KOM zu haben - she. am possitiven Beispiel Bernd Daumenhoch



Geschrieben von buslotse am 08.06.2020 um 18:01:

  RE: Klimaschutzprogramm 2030 / Konjunkturpaket 2020/21 - ein Vergleich

Zitat:
Original von Bernd Kurze
Ist das Konjunkturprogramm eine Mogelpackung?

130 Milliarden - doch die 130 Milliarden Euro könnten nicht reichen
Vor allem weil falsch verteilt wird und mit der Gießkanne
Wer das Konjunkturpaket 2020/21 mit dem Klimaschutzprogramm 2030
vergleicht, entdeckt auffällige Ähnlichkeiten
... werden hier sog. Hilfsmittel zweimal verkauft aber nur einmal ausgegeben?

Klimaschutzprogramm 2030
Die Kaufprämie für Pkw mit Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenantrieb wird verlängert und für Autos unter 40 000 Euro angehoben
Konjunkturpaket 2020/21
Das teuerste Elektroauto, das noch unter diese 40.000-Euro-Grenze fällt, ist aktuell (Stand Juni 2020) das Tesla Model 3
in der Standard Plus-Konfiguration, Listenpreis am 5. Juni 43.990 Euro. Käufer dieser Tesla-Variante kommen dank des
Konjunkturpakets künftig auf den höchsten Nachlass, nämlich rechnerisch 10.589 Euro inklusive Mehrwertsteuer,
der Endkunden-Basispreis für das Model 3 läge dann bei attraktiven 33.401 Euro.
Und wie sieht es da mit dem e-Smart aus? Es wird behauptet, auch der Smart sei ein Auto. Und ich trage mich mit dem Gedanken, meinen gegenwärtigen Diesel-Straßengokard per e-Antrieb noch mehr dem e-Scooter (Boxauto) anzunähern.
Zitat:
...
Zurück zum Anfang - Vergleich Klima und Corona

Auch wenn beides sehr unterschiedlich zu bewerten ist
- Klimaveränderungen und Corona
ist die Bewältigung der Krisen doch irgendwie ähnlich.
Die Frage ist nur ob die Maßnahmen an den richtigen Stellen angesetzt werden.
Zur Erinnerung - 2019 war ein Jahr mit den meisten Flügen, mit den meisten Autozulassungen usw
Es stellt sich also die Frage ob das Geld richtig "angelegt" wird.
Erreichen wir mehr Ergebnisse und Effekte wenn Milliarden in Konzerne fließen
oder in den Mittelstand. Wer ist flexibler um schnell auf solche Herausforderungen
zu reagieren? Der Multikonzern oder der selbstständige Unternehmer?
Wo spüren wir sichtbare Erfolge eher - in den Orten, in der Region
oder Global? Wo können wir selbst etwas beeinflussen oder verändern? Indem wir
es selbst mitgestalten oder Konzernen überlassen?
Die Antwort liegt doch auf der Hand: Was hat der Politiker als Lobbyist des Kapitals vom kleinen Selbstständigen zu erwarten? Nichts. Ergo wird er zum Schein bedacht, die Weichen aber werden so gestellt, dass auch das ihm zugesagte Geld (Ausnahmen ausgenommen) bei VW, Lusthansa etc. ankommt, fühlt man sich denen doch als Lobbyist verpflichtet, nicht aber dem gemeinen Volk, das man eigentlich vertreten sollte. Aber das scheint keine Lobby zu haben.
Zitat:


... eins ist aber unbestritten - die beste Investition ist in
den Menschen, in den Arbeitsplatz - denn DER Mensch wird die Krisen bewältigen
müssen ... und dort muss die Kohle hin



Geschrieben von buslotse am 08.06.2020 um 18:04:

 

Danke, Manfred,
für die wieder mal überflüssige Bemerkung. Über die könnte man ausgedehnt diskutieren. Aber ohne mich.



Geschrieben von 516tchdh am 08.06.2020 um 19:55:

 

Wobei der Elektroschrott (Autos) mehr Umweltschäden verursacht, als die herkömmlichen Verbrennugsmotoren.



Geschrieben von manfred am 09.06.2020 um 09:00:

 

Zitat:
Original von buslotse
... Über die könnte man ausgedehnt diskutieren. Aber ohne mich.


Daumenhoch Applaus


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